Die „Melango“ Abzocke im Netz geht weiter

Ein Artikel von Patrick Ruppelt, Geschäftsführer der pr itk solutions GmbH

 

Nun ist es soweit, ich bin selbst auf einen Internet-Abzocker hereingefallen… wie schön, dass es das auch noch gibt: Da ändern sich Anmeldeseiten und die allgemeinen Geschäftsbedingungen. Der Anbieter hat nicht einmal eine Telefon- oder Faxnummer geschweige denn eine E-Mail Adresse im Impressum stehen, an die man sich wenden könnte.

Stattdessen werden Mahnungen, Drohbriefe, Anwaltsschreiben und Inkasso-Schreiben verschickt und man verklagt sogar die eigene Kundschaft wegen Betrugs.

Update 23.01.2014: Ich wurde im Namen des Geschäftsführer von B2B Technologies Chemnitz GmbH „eindringlich gebeten“, diesen Blog-Artikel zu löschen. Der Geschäftsführer hat ein Webreputationdienst-Unternehmen damit beauftragt, seine Interessen gegen mich zu vertreten. Selbstverständlich werde ich den Artikel nicht löschen. Wohl aber mache ich den Namen des Geschäftsführers unkenntlich, er steht ja ohnehin im Impressum aller genannten Seiten.

Die hier veröffentlichten Inhalte sind extrem sorgfältig recherchiert und ich bleibe weiterhin bei meiner Meinung: Die hier genannten Geschäfte des Herrn ❚❚❚❚❚❚❚ haben illegalen Charakter und viele Tausend Menschen fühlen sich als Opfer der Abzock-Webshops dieses Herren. Staatsanwaltschaften und Verbaucherschützer ermitteln seit Jahren bereits gegen B2B Technologies Chemnitz GmbH (bzw. die Vorgängerunternehmen). Die jüngsten Gerichtsurteile, die ich gelesen habe, gingen allesamt gegen B2B aus.

Und last but not least: Der riesengroße Zuspruch, den ich über diesen Artikel erhalten habe – per PM, über Facebook, per E-Mail, … – bestärkt mich ungemein. Ich wollte Menschen mit Fakten davor warnen, nicht in dieselbe Falle zu tappen wie es mir passiert ist. Das hat bisher funktioniert und damit das weiterhin möglich ist bleibt dieser Artikel selbstverständlich online.

Anstatt seriöse Webreputationsdienste dafür zu missbrauchen Warnmeldungen wie die meinige entfernen zu lassen sollte B2B Technologies Chemnitz GmbH lieber einmal nach fünf Wochen auf meine Einschreiben zu antworten. Ich sehe wirklich nicht, wieso ich dem Ansehen und dem guten Ruf des Herrn ❚❚❚❚❚❚❚ schaden sollte – das hat er mit Bravour selbst erledigt.

 

Vor Gericht habe man alle Fälle gewonnen und erstellt dafür gleich noch eine eigene Webseite. Um es zu untermauern quasi, um zu zeigen, dass man sich vor nichts fürchtet und vor keiner noch so kleinen Klage zurückschrecken werde. Und genau da liegt meines Erachtens der Haken, warum – wenngleich die Darstellungen des Herrn ❚❚❚❚❚❚❚, seines Zeichens Geschäftsführer bei einer sehr dubiosen Internetfirma, sehr überzogen und einseitig sind – dennoch das ein oder andere Urteil zugunsten der Firma B2B Technologies Chemnitz GmbH (früher: melango.de GmbH) ausgegangen ist.

Kurz zusammengefasst: Nach Anmeldung im Webshop des Unternehmens stellt man fest, dass alles Lug und Trug ist. Es gibt keinen Webshop, stattdessen wird man selbst aufgefordert Waren zum Verkauf einzustellen. Okay denke ich mir, egal, einen Versuch war es wert hier einmal rein zu schauen. Doch einige Tage später ist die Zahlungsaufforderung im Briefkasten: 240,- Euro soll ich zahlen, obwohl ich nicht einmal meine E-Mail Adresse bestätigt habe.

Geht’s noch?

Also weiter im Text… 240 Euro Streitwert machen nach RVG ein Gesamtkostenrisiko i. H. v. 173,74 Euro. Wer glaubt denn im Ernst, ein Anwalt würde sich dafür auch nur im Ansatz mit dem Fall beschäftigen. Natürlich wird das keiner tun und so verliefen eine ganze Reihe an Urteilen in der Vergangenheit im Sand bzw. besser gesagt in Formfehlern, Fristverstreichungen und unsachlicher oder ungenügender Argumentation.

Also was tun? Ich bin kein Anwalt, kann und will hier keine Rechtsberatung geben. Das sei ausdrücklich betont. Nur ich habe nicht bezahlt sondern bestreite im Gegenteil sämtliche Forderungen und etwaige Verträge. Gerne teile ich mein letztes Schreiben an diese dubiose Firma, denn ich bin mir sicher, dass sich der ein oder andere darüber freuen wird.

Der Text darf sehr gerne für die eigene Gegendarstellung von ebenfalls Betroffenen verwendet werden. Über ein kleines Dankeschön als Kommentar zum Artikel freue ich mich, denn google wertet auch Kommentare in Blogs wie diesem als Indiz für populäre Artikel. Ich fände es schön, wenn sich möglichst viele geprellten Kunden zur Wehr setzen. Ob es funktioniert weiß ich nicht, aber es kann und darf einfach nicht sein, dass sich der deutsche Gesetzgeber auch Ende 2013 noch immer nicht im Ansatz in der Lage sieht, Betrügern und Abzockern das Handwerk zu legen. Die Staatsanwaltschaft soll wohl auch bereits seit Jahren gegen Herrn ❚❚❚❚❚❚❚ ermitteln, zu einem etwaigen Fortschritt des Verfahrens konnte ich aber bislang rein gar nichts ermitteln.

Im Folgenden also nun das Schreiben, das wir Ihnen im Gesamten auch gerne als PDF zusenden. Aufgrund zahlreicher spezieller Formatierungen empfehle ich demjenigen, der Textpassagen übernehmen möchte, auf jeden Fall das Original (PDF) zu verwenden. Die Anlagen finden sich ausschließlich im PDF, da diese nur Beweismittel sind.

 

B2B Technologies Chemnitz Header-Grafik

 

pr itk solutions GmbH  |  Tumblingerstr. 23  |  80337 München

B2B Technologies Chemnitz GmbH
Herr ❚❚❚❚❚❚❚
Neefeldstr. 88
09116 Chemnitz

– Einschreiben, mangels Faxnummer und E-Mail Kontaktadresse Ihres Unternehmes vorab nur als Briefsendung –

In Sachen                              Unser Zeichen        Ihr Zeichen         Datum
ME-324280                            02 AR 23/14            ME-324280         14.12.2013

 

Sehr geehrter Herr ❚❚❚❚❚❚❚,

herzlichen Dank für Ihr Schreiben vom 04.12.2013, in dem Sie leider ebenso wenig auf unsere E-Mail vom 26.11.2013 eingehen wie auf unser Schreiben vom 21.11.2013. Unsere erneute E-Mail vom 6.12.2013 blieb bislang auch nach einer ganzen Woche vollkommen unbeantwortet.

Ihr letztes Schreiben, in dem Sie mir mitteilen Sie hätten unsere Belange „sorgfältig geprüft“, sieht vielmehr nach einem Standardschreiben aus, das Sie sämtlichen Ihrer vermeintlichen Kunden übersenden. Es trägt weder den Namen einer Kontaktperson noch eine Unterschrift. Eine Rufnummer Ihres Unternehmens ist auf Ihrem Briefpapier und auch auf Ihren Zahlungsaufforderungen leider nicht zu finden. In Ihrem Impressum ist ebenfalls keine Rufnummer angegeben. Ganz offensichtlich möchten Sie gar nicht, dass Sie jemand erreichen kann.

Ferner kann ich nicht feststellen, dass Sie auch nur ansatzweise an einer gütlichen Lösung interessiert, geschweige denn überhaupt gesprächsbereit wären.

Es ist auffällig, dass Ihr Antwortschreiben nicht etwa auf meine Fragen eingeht, sondern dass

  • Sie sich in Ausführungen über angebliches geltendes deutsches Recht im gewerblichen Umfeld verstricken,
  • Sie mir Unseriösität vorwerfen und sich selbst als seriöses Vorbild darstellen,
  • Sie behaupten, Ihre Konditionen seien auf der Webseite klar ersichtlich (dies entspricht absolut nicht den Tatsachen, dazu später ausführlich),
  • Sie sich darauf berufen, eine wirtschaftliche Abwicklung Ihres Geschäfts sei nur möglich, wenn Sie Ihre Forderung bei der ersten Unklarheit ohne mit dem Kunden zu sprechen sofort an Ihren Inkassodienstleister weitergeben,
  • Sie mir drohen, mir würden alleine schon durch weiteren Gespräche mit Ihnen bereits weitere Kosten entstehen (obwohl Ihre Forderung nach wie vor bestritten ist und Sie bis heute nicht im Geringsten auf meine Gegendarstellung eingegangen sind) und
  • Sie mir mit negativem Schufa-Eintrag und negativem Creditreform-Eintrag drohen,
  • Sie mich gleichwohl darüber aufklären, mich möglicherweise wegen versuchten Betrugs anzeigen zu wollen sowie dass
  • Sie eine Reihe von angeblich ähnlichen zu Ihren Gunsten entschiedenen gerichtsanhängigen Rechtsvorfällen liefern (auch hierzu unten ausführlich).

 

Nun frage ich Sie, Herr ❚❚❚❚❚❚❚: Ist das die seriöse Art, die Sie sich auch von Ihren Kunden erwarten?

 

Es ist meines Erachtens für den neutralen Beobachter zweifelsfrei erkennbar, dass Sie von der „Abzocke“ Ihrer vermeintlichen Kunden leben und Ihr einziger Geschäftszweck darin besteht, ebendiese vermeintlichen Kunden auf Zahlung der angeblichen Mitgliedsgebühr zu verklagen.

Mir ist jedoch bewusst, dass es für eine Gerichtsverhandlung – sollten Sie tatsächlich eine Klage gegen mich vorsehen – mehr bedarf als der subjektiven Darstellung Ihrer ganz offensichtlichen Täuschung. Hierzu bedarf es einer ausführlichen Hergangsschilderung sowie entsprechender gerichtsbelastbarer Beweiskette, die ich hiermit lückenlos darstellen werde.

Die vorausgeschickt erkläre ich hiermit 

  1. den Widerruf der von mir möglicherweise abgegebenen Willenserklärung,
  2. die Anfechtung wegen fehlendem Erklärungsbewusstsein,
  3. die Anfechtung wegen Irrtums über die Entgeltlichkeit,
  4. die Anfechtung wegen Irrtums über die Leistung,
  5. die Anfechtung wegen arglistiger Täuschung sowie
  6. die Anfechtung wegen anfänglicher Unmöglichkeit der Leistungserbringung durch Sie sowie
  7. höchst vorsorglich den Rücktritt vom vermeintlichen Vertrag.

Im Übrigen fordere ich Sie auf, mich künftig nicht mehr mit Ihren Mahnschreiben zu Nötigen. Mit Beschluss vom 05.09.2013, also einem recht jungen Verfahren, hat der BGH die Schreiben aus Ihrem Hause bereits als

 

Zunächst stelle ich fest, dass sich Ihre Anmeldewebseite maßgeblich seit unserer Registrierung geändert hat.

Ich wurde auf Ihren vermeintlichen Webshop aufmerksam durch eine Facebook-Werbeeinblendung ähnlich jener aus Anlage 1. Sie warben hier ausdrücklich mit einem Webshop für Restposten zu günstigen Preisen bei Abnahme größerer Mengen durch Gewerbetreibende. Dies ist als solches nicht unüblich und gängige Praxis in vielen Branchen.

Nach Klick auf das Werbebanner gelangte man direkt auf Ihre Shopseite, die heute unverändert aussieht wie in Anlage 2. Die Webseite erweckt den Eindruck, man könne hier tatsächlich als Gewerbetreibender günstig Restposten bei Ihnen erwerben.

Wie in der unübersehbaren Überschrift vermerkt gebe ich Ihnen absolut Recht, dass unmissverständlich klar gemacht wird, dass sich das Angebot ausschließlich an Gewerbetreibende richtet und daher – ebenfalls verständlich und gängige Praxis – eine Anmeldung als solcher Gewerbetreibender notwendig ist.

Es ist hier jedoch in keinster Weise ersichtlich, dass Ihr Angebot kostenpflichtig ist.

Sowohl in der Werbung als auch auf der gesamten Shop-Startseite findet sich kein einziger Hinweis darauf, dass die Anmeldung mit einem kostenpflichtigen Zwei-Jahres-Abo eingehen soll.

Mit Nichtwissen bestreite ich, dass bei der Anmeldung „Jetzt kaufen“ auf dem Button zur Anmeldung stand sondern vielmehr „Jetzt anmelden“ (vgl. Anlage 3, die uns freundlicherweise von einem Rechtsanwalt zur Verfügung gestellt wurde, der einen anderen Geschädigten gegen Ihr Unternehmen vertritt). Alleine die Tatsache, dass Sie sich heute u. a. auf einen „Jetzt kaufen“ Button berufen ist absurd und rechtfertigt meines Erachtens für sich alleine genommen bereits wegen § 123 BGB die Anfechtung wegen arglistiger Täuschung.

Es erscheint zudem höchst unglaubwürdig, ich hätte bei einer blanken Registrierung auf „Jetzt kaufen“ geklickt anstatt auf „Jetzt anmelden“; zumal es durchaus einen hervorgehobenen Menüpunkt „Kaufen“ in Ihrem Shop gibt, die Anmeldung aber ausdrücklich nicht unter dem Menü „Kaufen“ sondern unter der Überschrift „Registrieren erfolgt (vgl. Anlage 3 und auch Anlage 4).

Der in der Seitenspalte versteckte Hinweis ist im Übrigen entgegen Ihrer Meinung für meine Begriffe überhaupt nicht klar erkennbar und insbesondere an einer Stelle, bei der ich nicht mit einer Preis- und Vertragslaufzeitsangabe rechnen muss. Vielmehr wird die Seitenleiste in Webshops üblicherweise als Werbefläche für ähnliche Artikel, für „Kunden kauften auch“-Hinweise und andere Sponsorings verwendet.

Auf meinem iPad sowie auch auf meinem einzigen Rechner, einem MacBook Air mit kleinem Display (mit dem ich die Anmeldung durchgeführt habe), ist die Seitenleiste im Übrigen gar nicht zu sehen, da sie im rechten Bildschirmrand verschwindet.

In meiner Annahme, dass hier eine arglistige Täuschung vorliegt, fühle ich mich auch insoweit bestätigt, dass man Ihre AGB nicht ausdrücklich bestätigen muss. Es gibt entgegen Ihrer Aussage auch Stand heute keine eigene Checkox für die Bestätigung der AGB. Diese verstecken sich im selben Satz, in dem ich meine Funktion als Gewerbetreibender bestätige und sich auch nicht als Link markiert (vgl. Anlagen 3 und 4).

Tatsächlich habe ich Ihre AGB über den Link in der Fußzeile des Shop kurz geöffnet, nur sehr flüchtig angesehen und für „herkömmlich“ beachtet. Mit Nichtwissen bestreite ich, dass hier eine kostenpflichtige Leistung vereinbart wurde. Ausdrücklich nicht vorhanden waren zum Zeitpunkt der Anmeldung die heute zahlreichen gelb hervorgehobenen Stellen, die überall im Text auf einen kostenpflichtigen Vertragsabschluss bei jedwedem Geschäft mit Ihnen hinweisen (vgl. Anlage 5). Selbst unter Berücksichtigung einer etwaigen Hervorhebung im Text ist eine solche Klausel in allgemeinen Geschäftsbedingungen überraschend und derart ungewöhnlich, dass diese schon nach § 305c Abs. 1 BGB unwirksam sein dürfte. Die Gegenbeweislast liegt nach § 305c Abs. 2 BGB in jedem Fall bei Ihnen.

Jedenfalls sind diese Klauseln gemäß § 306 Abs. 1 BGB nicht Vertragsbestandteil geworden. Dies hat auch bereits das AG Dresden mit Endurteil vom 5.11.2011 gegen Ihr Unternehmen festgestellt und bestätigt (vgl. Az. 104 C 3441/112).

Auch das AG Bonn bestätigte mit recht jungem Urteil vom 25.04.2013 unter Az. 115 C 26/13 erneut gegen Ihr Unternehmen, dass Ihre Entgeltklausel überraschend und unwirksam ist. Vor allem entschied das Gericht, dass die Entgeltklausel auch dann unwirksam ist, wenn der Nutzer als Unternehmer (also freiberuflich oder gewerblich) handelt. Nach Auffassung des Gerichts ist Ihr Preishinweis nahezu versteckt und das genügt gemäß Urteil des AG Bonn der Unwirksamkeit.

Ich habe meine Gewerbedaten rein im Sinne der Bestätigung meiner gewerblichen Nutzung eingegeben, so wie es Ihre Werbung und Ihre Shop-Webseite haben stimmig erscheinen lassen. Dass es sich bei der Anmeldung um eine kostenpflichtige Leistung handeln sollte, erfuhr ich erst durch Ihre für mich überraschende Zahlungsaufforderung vom 18.11.2013.

Insofern entsteht Ihnen kein Zahlungsanspruch.

Bitte vergleichen Sie hierzu die einschägigen Urteile des AG Düsseldorf vom 8.5.2012, Az. 42 C 14743/11, ebenfalls wieder gegen Ihr Unternehmen; wie auch Urteil des AG Bochum vom 16.4.2012 zu Az. 47 C 59/12 gegen Ihr Unternehmen sowie Urteil des AG Burgwedel mit Versäumnisurteil vom 12.1.2012 zu Az. 78 C 97/11 gegen Ihr Unternehmen und Urteil des AG Detmold vom 30.3.2012 zu Az- 7 C 565/11) gegen Ihr Unternehmen.

Es bleibt nunmehr festzuhalten, dass ich überhaupt keine kostenpflichtige Anmeldung geschweige denn einen kostenpflichtigen Vertrag abschließen wollte. Ich wollte lediglich einen Blick auf Ihr Angebot werfen, das erst nach der – suggeriert kostenlosen – Anmeldung möglich ist.

Denn beim Klick auf einen Artikel gelangt man immer nur auf die Anmeldeseite mit Titel „Anmeldung – Gleich geht’s weiter… Die Nutzung der Grosshandel B2B Plattform ist ausschließlich für Firmen, Gewerbetreibende, Handwerksbetriebe, Vereine, Behörden und selbständige Freiberufler bestimmt“ (Hervorhebung durch den Verfasser, vgl. Anlagen 3 und 4). Es wird hier eindeutig der Eindruck vermittelt, dass es sich um eine kostenlose, schnelle und unkomplizierte Registrierung handelt wie bei zahllosen vergleichbaren Webshops eben auch. Mit keinem Wort erwähnen Sie, dass hierbei ein kostenpflichtiges Zwei-Jahres-Abo geschlossen wird geschweige denn überhaupt Kosten entstehen könnten. Der Benutzer hat meines Erachtens – vollkommen gleich ob Gewerbetreibender oder sogar Verbraucher – nicht mit Kosten zu rechnen.

Ihre Entgeltklauseln sind wegen anderweitig typischerweise kostenlos erbrachten Dienstleistungen in jedem Fall als absolut überraschend im Sinne des § 305c BGB zu werten. Ebenso ist dies auch der Umstand, dass bei Vertragsschluss auf die Entgeltlichkeit der bloßen Anmeldung und Mitgliedschaft sowie deren Laufzeit nicht deutlich hingewiesen wurde (vgl. Urteil des AG Dresden vom 05.10.2011, Az. 104 C 3441/11; übrigens zufälligerweise ebenfalls gegen Ihr Unternehmen).

Selbst unter der extrem unglaubwürdigen Annahme, ein Mitgliedsbeitrag wäre von Ihren Kunden zu erwarten gewesen, so habe ich ganz sicher nicht damit zu rechnen, dass ich meine Mitgliedschaft für die nächsten zwei Jahre nicht kündigen kann.

Bei einem Telekommunikationsvertrag wie für einen DSL Anschluss zum Beispiel, bei dem der Anbieter hohe Einrichtungskosten hat, ja sogar Geräte beschaffen muss (z. B. Telekom NTBA und Telekom Splitter und AVM Fritz!Box DSL Modem), wo der Anbieter einen Techniker vor Ort schicken muss, der bezahlt werden will; überall da sehe ich ein, dass man entweder eine Einrichtungspauschale zahlt oder eben diese Ersteinrichtungskosten auf eine Mindestvertragslaufzeit umgelegt werden müssen.

Für die bloße vollautomatisierte Registrierung in einem Webshop (oder was auch immer Ihr Portal nun darstellen mag) jedoch erfüllt die Bedingung, bei bloßem „Hereinschauen“ gleich zwei Jahre unkündbaren Vertrag aufgebürdet zu bekommen in meinen Augen alle Tatbestandsmerkmale des Wuchers nach § 291 Abs. 1 BGB. Insbesondere ist eindeutig ein gewerbliches Ausmaß zu erkennen, so dass ich auch die Bedingungen des § 291 Abs. 2 BGB erfüllt sehe. Alleine deshalb schon ist kein Vertrag wirksam zustande gekommen und ich widerrufe hilfsweise etwaigen Vertrag auch wegen gewerbsmäßigen Wuchers durch Sie.

 

Sollte ich also unwissentlich eine Willenserklärung zu einem Abschluss eines Zwei-Jahres-Vertrags abgeschlossen haben, so widerrufe ich diese hiermit ausdrücklich.

 

Ich stelle fest:

  1. Mangels einer hinreichenden Information über die Kostenpflichtigkeit ist bereits kein wirksamer Vertrag zustande gekommen. Zu keinem Zeitpunkt habe ich nämlich in der Erkenntnis und mit der Motivation gehandelt, eine rechtlich verbindliche Erklärung abzugeben (vgl. Urteil des AG Detmold vom 30.03.2012 unter Az. 7 C 565/11). Daher werde ich alleine schon aus diesem Umstand Ihrer Zahlugsaufforderung nicht nachkommen.
  2. Darüber hinaus fechte ich den etwaigen Vertrag hilfsweise und nur rein vorsorglich wegen Irrtums an. Ich bin aufgrund der Gestaltung Ihres Webshops davon ausgegangen, dass ich mit der Angabe meiner Daten und dem Anklicken des Anmeldebuttons nur an einer kostenlosen Verifizierung meines Status als Gewerbetreibender teilnehme. In diesem Zusammenhang verweise ich auf die Entscheidungen vom Landgericht Mannheim vom 14.01.2010 (Az. 10 S 53/09) und Amtsgericht München vom 16.01.2007 (Az. 161 C 23695/06), nach denen keine Zahlungspflicht bei versteckten Kosten in Internetangeboten entsteht.
  3. Ebenfalls hilfsweise erkläre ich den Widerruf einer etwaig von mir abgegebenen Willenserklärung.Die Registrierungsmail wurde von mir im Übrigen nicht einmal bestätigt. Ich habe Ihnen bereits in meinen vorgenannten Schreiben mitgeteilt, dass Ihre E-Mail höchst unseriös wirkte (fehlendes Impressum, fehlendes Anschreiben, fehlende etwaige Vertragsdetails, keinerlei Angabe von Kontaktadressen geschweige denn einer Ruf- oder Faxnummer) und ich deshalb vom Abschluss der Registrierung abgesehen habe.Ich habe also weder eine etwaige Anmeldung abgeschlossen, noch habe ich mich in Ihrem vermeintlichen Webshop jemals eingeloggt, noch habe ich eine Leistung in Anspruch genommen oder würde diese in Anspruch nehmen bzw. nehmen können (hierzu weiter unten ausführlich). Die Zurverfügungstellen Ihres Shops bedeutet noch nicht, dass Sie mit der Ausführung der Dienstleistung schon begonnen haben. Die Zurverfügungstellung ist eine bloße Vorbereitungsleistung, die Sie Ihrerseits im Übrigen auch noch nicht erfüllt haben (hierzu ebenfalls weiter unten ausführlich).

Sollten Sie auch zukünftig nicht von Ihrer Behauptung ablassen, so hielte ich eine negative Feststellungsklage, Meldung bei den Verbraucherzentralen sowie die Meldung der Strafanzeige wegen Betrugs gegen Sie für angebracht. Da jedoch bereits die kurze Recherche im Internet ergab, dass sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Verbraucherzentralen in einer ganzen Reihe von Fällen und auch schon seit Jahren gegen Sie ermitteln ist dies wohl überflüssig geworden. Gleichwohl werde ich selbstverständlich dieses Schreiben den Ermittlungsbehörden zur Verfügung stellen und mich als Zeuge und ggf. Nebenkläger benennen lassen.

Weiterhin hat meine Eigenrecherche ergeben, dass Ihr gesamtes Handeln nicht etwa eine einmalige Unstimmigkeit zwischen Ihnen und mir als vermeintlichem Kunden sein kann. Bereits nach kurzer Suche findet man im Internet unzählige Interessensgemeinschaften gleichgesinnter, die ebenfalls in Ihre „Abo-Falle“ getappt sind.

Gerne liefere ich im Rahmen einer Gerichtsverhandlung nicht nur Mitgliederlisten geschädigter, sondern auch weitere Zeugen gegen Ihr Unternehmen, die meine Ausführungen vollständig bestätigen und untermauern werden. Aktuell sind mir zirka 6.276 von Ihrem Unternehmen Geschädigte bekannt, die alle auf dieselbe oder ähnliche Weise „abgezockt“ wurden und Ihre Erfahrungen sicherlich ebenfalls gerne im Rahmen einer schriftlichen Stellungnahme vor Gericht teilen werden.

Insofern erkläre ich Ihnen hiermit die Anfechtung wegen arglistiger Täuschung. Nicht nur berufen Sie sich auf angebliche sogenannte Buttons („Klick-Schaltflächen“ auf Webseiten), die zum Zeitpunkt der Anmeldung nicht vorhanden waren sowie auf AGB Klickboxen, die es selbst heute noch nicht sind. Auch beanstande ich nicht nur Ihre geänderten AGB sowie die gesamte, auch heute noch mehr als irreführende Shop-Aufmachung.

Vielmehr fehlt Ihnen ganz offensichtlich auch für Außenstehende erkennbar jeglicher Geschäftszweck außer dem Einklagen von versteckten Zwei-Jahres-Mitgliedsgebühren.

Selbst wenn ich Ihr Angebot bezahlen würde und tatsächlich wahrnehmen wollen würde, so könnten Sie gar nicht Ihr Versprechen aus der Facebook Werbung halten. Ebenso vermittelt Ihre Startseite des Shops wie auch Ihre Facebook Werbung ein ganz anderes Bild von Ihren Leistungen als das, was tatsächlich dahinter steht.

Sie leisten überhaupt nichts von dem, was Sie dem vermeintlichen Kunden bei der Anmeldung vermitteln. Ganz im Gegenteil berufen Sie sich ja sogar in Ihren eigenen AGB  (zumindest in jenen des heutigen Tages) darauf, dass zwar die bloße Geschäftsanbahnung mit Ihrem Unternehmen bereits eine kostenpflichtige Leistung darstellt, Sie im Gegenzug aber nur und ausschließlich nur „die Recherche über die von der Anbieterin bereitgestellte Oberfläche“ anbieten.

 

Es gibt keinen Shop. Ich kann bei Ihnen auch als Kunde überhaupt keine Waren oder Dienstleistungen kaufen.

 

Sie berufen sich darauf, dass Sie lediglich eine Suchmaschine für Fremdwerbungen anbieten.

 

Es wird auch der rechtlich Unbedarfte zweifelsfrei feststellen, dass Ihr Angebot eines Webshops für Wiederverkäufer absolut nichts zu tun hat mit der Bereitstellung einer Suchmaschine, die im übrigen gar keine lieferbaren Artikel findet geschweige denn auch nur annähernd die Werbeversprechungen aus Ihrer Startseite erfüllen könnte.

Es gibt schlicht und ergreifend keinen Webshop von Ihnen und es ist Ihnen daher bereits anfänglich unmöglich gewesen zu leisten. So etwas nennt man gemeinhin Betrug. Würdigt man die Penetranz, mit der Sie Ihre vermeintlichen Kunden dennoch anmahnen und beschuldigen, so muss man von Betrug in gewerblichem Ausmaß sprechen.

 

Eine Abwälzung der gesamten Verantwortung auf Ihre Nutzer, die Ihren Angaben zufolge erst Ihre Plattform mit Angeboten zu füllen hätten, ist absurd. Sie werben mit einem Webshop, ja sogar ausdrücklich mit spezifischen Produktangeboten zu spezifischen Preisen. Dass es sich hierbei lediglich um mögliche zukünftige Angebote handeln soll, die erst mögliche zukünftige Kunden möglicherweise in Ihrem Portal einstellen könnten ist vor der Anmeldung nirgendwo vermerkt.

Auch insofern erkläre ich Ihnen hiermit den Rücktritt von einem etwaigen Vertrag, da Sie die versprochene Leistung nicht erbringen und nicht erbringen können. Eine Nachbesserungsfrist nach § 323 BGB sehe ich nicht gegeben, da Ihr Geschäftsmodell, wie weiter unten noch gezeigt ist, gar nicht darauf ausgelegt ist, einen Webshop zur Verfügung stellen zu können.

Da nicht davon auszugehen ist, dass Sie sofort einen echten Webshop zur Verfügung stellen, in dem Ihren Kunden tatsächlich Waren von Ihnen kaufen können, die Sie auch selbst auf Lager haben und die Ihren Versprechungen entsprechen, muss davon ausgegangen werden, dass Sie die Leistungserbringung endgültig verweigern. Nach § 323 Abs. 2 Teil 1 steht Ihnen daher auch keine Fristsetzung zur Nachbesserung zu. Eine verständige Würdigung des Falls lässt meines Erachtens ohnehin nur zu, Ihr Geschäftsgebahren als besonderen Umstand zu werten (vgl. § 323 Abs. 2 Teil 3), der den sofortigen Rücktritt rechtfertig.

Insofern trete ich hilfsweise auch nach § 323 Abs. 2 Teil 3 aus besonderem Umstand von einem vermeintlichen Vertrag zurück.

 

Auch wenn es für den objektiven Betrachter schon hier eindeutig sein dürtfe, dass Sie Ihre vermeintlichen Kunden gewerbsmäßig arglistig täuschen, werde ich dies dennoch noch weiter ausführen.

Um zu beweisen, dass Sie sehr wohl mit Methode, geplant und gut vorbereitet und mit betrügerischer Absicht handeln habe ich mir Ihre Firmengeschichte angesehen. Es ist schon auffällig, dass die B2B Technologies Chemnitz GmbH permanent ihren Namen und Ihren Firmensitz ändert. Denn jede Ihrer bisherigen Firmenbezeichnungen hat binnen kürzester Zeit Schlagzeilen gemacht. Zahllose vermeintliche Kunden in derselben Lage wie ich sahen sich bereits damit konfroniert, in Ihre „Kostenfalle“ getappt zu sein.

Dass Ihre Darstellung der Gerichtsverfahren, die Sie sogar in Ihrem Impressum, auf Ihrer Webseite und in jedem Schreiben an Ihre Kunden wiederholen dabei mehr als einseitig ist brauche ich nicht zu betonen. Auch Ihre penetranten Verweise auf die angeblich einschlägigen Übersichts-Webportale zu diesem Thema sind völlig geschmacklos. Sämtliche der von Ihnen genannten angeblich unabhängigen Portale (Beispiel: www.b2b-urteile.de) zum Thema werden auf Ihren eigenen Servern betrieben und Sie selbst stehen höchstpersönlich im Impressum. Das ist lächerlich und ich werde es an dieser Stelle nicht weiter kommentieren.

Sie firmierten Ihr Unternehmen jedenfalls zunächst einmal

  1. „J & P Handelhaus DTL. GmbH“ in Chemnitz, das wegen „Abzocke“ und „Abo-Fallen“ in Verruf gekommen ist (vgl. 4.720 Suchergebnisse bei Google für den Firmennamen i. V. m. dem Schlüsselwort „Betrug“). Also wurde die Firma umbenannt in
  2. „Melango.de GmbH“ in Chemnitz, das wegen „Abzocke“ und „Abo-Fallen“ in Verruf gekommen ist (vgl. sensationelle 4,6 Millionen Suchergebnisse bei Google für den Firmennamen i. V. m. dem Schlüsselwort „Betrug“. Die Sitzverlegung auf die
  3. „Melango.de GmbH“ in Grünhain-Beierfeld hatte offenbar keine nennenswerte Wirkung, sodass kurzum eine erneute Namensänderung auf das
  4. „J & P Handelshaus DTL. GmbH“ in Grünhain-Beierfeld erfolgte. Auch hierzu finden sich in Kürze 240.000 Suchergebnisse bei Google für den Firmennamen i. V. m. dem Schlüsselwort „Betrug“. Es folgt die erneute Sitzverlegung und die Rückkehr zum ersten Firmennamen
  5. „JW Handelssysteme GmbH“ in Chemnitz, vermutlich um der vielen Post von geprellten und verägerten vermeintlichen Kunden zu entgehen, wobei Sie dann wieder zu
  6. „Melango.de GmbH“ mit Sitz in Chemnitz wechseln, daraufhin wieder zur
  7. „Melango.de GmbH“ mit Sitz in Grünhain-Beierfeld werden und Ihre Firma dann wieder
  8. „J & P Handelshaus DTL. GmbH“ mit Sitz ebenfalls in Grünhain-Beierfeld nennen. Schließlich wird das Unternehmen zur heutigen
  9. „B2B Technologies Chemnitz GmbH“ mit Sitz in Chemnitz.

Interessant ist auch, dass die Creditreform zwischenzeitlich Ihren gesamten Datensatz gesperrt hat und aufgrund zu vieler Negativmerkmale auch auf Anfrage keine Auskünfte mehr zu Ihrem Unternehmen gibt. Zitat:

„Die Firma ist zwar schon im Handelsregister eingetragen, aufgrund der diversen Mitteilungen sehen wir aber von einer Auskunftserteilung ab, Im Internet finden sie noch weitere Berichte und Urteile gegen diese Gesellschaft.“ (Hervorhebung durch den Verfasser)

Die offizielle Crefo-Auskunft entnehmen Sie bitte Anlage 6.

 

Höchst interessant bleibt an dieser Stelle auch zu erwähnen, dass Sie am 1.2.2011 an derselben Anschrift ein weiteres Unternehmen „David Jähn Büroservice“ angemeldet haben, das angeblich vier Angestellte beschäftigt und ausschließlich „Allgemeine Sekretariats- und Schreibdienste“ leistet (vgl. Anlage 7). Es würde kaum verwundern, wenn diese Firma ausschließlich Mahn- und Klagesachen für Ihre B2B Technologies Chemnitz GmbH übernimmt.

Ähnlich wie mit dem permanenten Ändern Ihrer Firmierung sowie Ihrer Anschrift sieht es auch mit Ihren Bankverbindungen aus, da Ihnen die Kreditinstitute eines nach dem anderen kündigen (Beispiel: Die Sparkasse Zwickau schloss Ihr Konto aufgrund der zahlreicher Beschwerden sowie Vorwürfen zur Beihilfe zum gewerbsmäßigen Betrug bereits zum 30.05.2011).

Ohne an dieser Stelle auf weitere Details einzugehen wechseln Sie darüber hinaus häufig Ihre Inkassodienstleister. Da seriöse Inkassodienstleister nur unbestrittene Forderungen einfordern dürfte es allerdings auch hier nur eine Frage der Zeit sein, bis Ihre eigenen Dienstleister nicht mehr mit Ihnen zusammen arbeiten möchten.

Doch mit dieser Liste der Umfirmierungen, Standort-, Bank- und Inkassodienstleister-Wechsel nicht genug. Sicherlich ist Ihnen daran gelegen, die negative öffentliche Aufmerksamkeit abzuwenden. Sie betreiben unter der Firmierung „B2B Technologies Chemnitz GmbH“ daher gleich eine ganze Reihe von Portalen, die allesamt demselben Muster folgen und sich laufend ändern. Auf Anhieb habe ich hierzu folgende Webseiten gefunden, die allesamt mit versteckten Kostenfallen glänzen und offiziell sämtlich auf Ihren Namen registriert sind sowie Ihre Person, Herr ❚❚❚❚❚❚❚, im Impressum als Geschäftsführer genannt ist:

  • b2b-shoppen.de
  • online-businessportal.de
  • mega-einkaufsquellen.de
  • platz-fuer-gewerbekunden.de
  • overstock-business.de
  • gewerbe-einkauf.de
  • einkauf-marktplatz.de
  • parfum.women.online-businessportal.de
  • beschaffungsplattform24.de
  • restposten99.de
  • nur-fuer-gewerbekunden.de
  • gewerblicheinkaufen.de
  • gewerbemarktplatz24.de
  • b2b-handelsportal.de
  • b2b-kundenportal.de
  • b2b-einkaufsplattform.de
  • b2b-48.de
  • b2b-einkaufen.de
  • justinbusiness24.de
  • lagerware2013.de
  • lagerware24.de
  • onlybusiness48.de
  • nur-gewerbetreibende.de
  • lieferantengeheimnis.de
  • die-besten-einkaufspreise.de
  • der-restpostengigant.de
  • handelsgiganten.de
  • handelsspezialisten.de
  • melango.de

Sie scheinen sich angesichts dieser Aufreihung zudem in der jüngeren Vergangenheit auf die gewerbliche „Abzocke“ von Gewerbekunden spezialisiert zu haben. Dies würde erklären, warum Sie sich in allen Ihren Schreiben immer wieder darauf berufen, mir stünde kein Widerrufsrecht zu. Es mag ja sein, dass mir kein Verbraucher-Rücktrittsrecht zusteht. Davon mache ich aber auch gar nicht Gebrauch. Ich beschuldige Sie der vorsätzlichen arglistigen Täuschung, kurzum des Betrugs in gewerblichem Stil.

Erlauben Sie mir doch einmal folgende Frage: Verklagen Sie auch zahlende Verbraucher, da sich diese ja zu Unrecht als Gewerbetreibende registriert haben? Oder kassieren Sie auch hier die angebliche Vertragsgebühr und belassen es dann dabei?

Lieber Herr ❚❚❚❚❚❚❚, Sie beschimpfen mich als unseriösen Geschäftsmann angesichts dieser unwiderlegbarer Tasachen? Dies ist für mich nicht nachvollziehbar.

Es ist eindeutig erkennbar, dass Ihre Firma permanent den Namen und den Geschäftssitz ändert. Kontaktdaten werden nicht genannt oder sind nicht erreichbar. Die einzig logisch zulässige Folgerung ist, dass Sie gar nicht möchten, dass sich potenzielle Kunden über Sie informieren bzw. schon beim Lesen einer Werbeanzeige genau wissen, dass es sich hierbei um ein betrügerisches Angebot handeln könnte. Über Ihre Handlungen zu Melango-Zeiten wurde seinerzeit sogar in den Fernsehmedien ausführlich berichtet, so dass Sie mit diesem Namen verständlicherweise keine Chance mehr gehabt hätten, Ihre Geschäfte weiterhin zu betreiben.

 

Für meine Begriffe erfüllt Ihr Handeln ohne jeden Zweifel die Tatbestandsmerkmale der arglistigen Täuschung nach § 123 BGB. Es ist darüber hinaus aus genannten Gründen für mich eindeutig der klare Betrugsvorsatz i. S. d. § 263 StGB ersichtlich.

Dies ist nicht nur unrechtens sondern bereits der Versuch ist strafbar.

Bestärkt werde ich mit jedem weiteren Schreiben, das ich aus Ihrem Hause erhalte.

Anstatt sinnvoll auf meine Fragen einzugehen werfen Sie gerade zu um sich mit falschen Anschuldigungen, falschen Behauptungen und unwahr dargestellten Rechtsfällen. Sie drohen mit Schufa Einträgen und Creditreform Einträgen. Niemals würde jedoch ein seriöser Inkassodienstleister unter der Voraussetzung der Einrede des Kunden ein Negativmerkmal verhängen. Sollten Sie tatsächlich einen solchen gefunden haben, so werden wir uns selbstverständlich mit einer Klage dagegen wehren.

Im Übrigen weise ich Sie darauf hin, dass Ihr Impressum nach wie vor nicht den gesetzlichen Mindestanforderungen genügt. Belange des § 5 TMBG ignorieren Sie vollkommen, eine unmittelbare Kontaktaufnahme ist nach den Angaben in Ihrem Impressum nicht möglich. Sie geben nicht einmal eine Telefon- oder Faxnummer an, unter der man Sie erreichen könnte (vgl. Anlage 5).

Abschließend lassen Sie mich bitte einen Bericht zitieren, den ich auf jurablogs.de gefunden habe:

„Die OpSec Security GmbH aus München erläutert die Masche ihres Schwarzen Schafes: Die Plattform melango.de bietet Kleidung, Bürobedarf, Haushaltswaren und Lebensmittel zu besonders günstigen Preisen an. Weniger günstig ist hingegen die Mitgliedschaft, um dort überhaupt einkaufen zu können. Wie betroffene Verbraucher OpSec berichteten, erhielten sie kurz nach ihrer Anmeldung überraschend eine Rechnung über Mitgliedsgebühren in Höhe von mehreren hundert Euro und das auch, wenn sie die Anmeldung bereits nach zwei Tagen per Fax widerrufen hatten. Auf der Startseite ist jedoch nicht ersichtlich, dass bei einer Anmeldung überhaupt Kosten anfallen.

Nach Informationen von SAT1 hat melango.de bereits 60.000 Mitglieder.“

(vgl. http://www.jurablogs.com/de/melango-de-testurteil-sehr-gut-onlinehaendler-jahres-unternehmerpreis-2010-negativ-preis)

 

Und schlussendlich verwundert es mich daher auch nicht, dass Sie „nur“ 240,- Euro verlangen.

Der Streitwert ist so gering, dass es sich kein Anwalt jemals für eine RVG Vergütung leisten könnte, seinen Mandanten wirklich zu vertreten und Recherchen in dem Ausmaß zu betreiben, wie ich es in den vergangenen Tagen getan habe…

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass ich nunmehr bereits deutlich mehr Zeit in diesen Fall investiert habe, als jemals zu rechtfertigen sein wird. Insofern werde ich nunmehr nicht weiter auf Ihre Schreiben reagieren.


Für Ihr Inkassobüro sei hinzugefügt, dass ich hierzu keine weitere Stellung nehmen werde.


Ich persönlich finde es traurig, wie Menschen wie Sie unsere ohnehin überlasteten Gerichte noch weiter strapazieren. Sollten Sie aber auch weiterhin nicht von Ihrer

Forderung absehen wird leider auch in diesem Fall ein Gericht über den Bestand eines etwaig geschlossenen Vertrags zu entscheiden haben.

Denn seien wir doch einmal ehrlich: Würden Sie tatsächlich ein seriöses Angebot haben, dann hätten Sie kein Problem damit, wenn einmal der „ein oder andere“ wegen eines Irrtums über die Kostenpflichtigkeit Ihres Angebotes abspringt und müssten nicht reihenweise Ihre eigenen vermeintlichen Kunden verklagen. Aber eben genau das, nämlich das Verklagen Ihrer eigenen Kunden, ist und bleibt Ihr einziger Geschäftszweck.

 

Mit freundlichen Grüßen

Patrick Ruppelt (Geschäftsführer)

 

Anlagen

patrick.ruppelt

22 Comments

  1. Avatar
    Gordana Racic Dezember 18, 2013

    Vielen Dank für den tollen Artikel!
    Wann wird solchen Abzockern endlich das Handwerk gelegt?!

    Reply
  2. Avatar
    Helmi98 Januar 06, 2014

    Hallo erstmal!

    Ich persönlich habe zwar keine Erfahrungen mit Melango, JW und B2B, aber ich verfolge diese Sache schon länger.

    Mir ist noch Folgendes zu DEREN Seiten aufgefallen:

    Diese Seiten sollen sich doch angeblich nur an Gewerbetreibende richten, aber warum werden dann alle Preise inklusive der Mehrwertsteuer angegeben (laut AGB)?

    Meine Meinung: Zielgruppe (absichtlich?) total verfehlt!

    Reply
  3. Avatar
    Patrick Ruppelt Januar 15, 2014

    *** Update 15.01.2014 ***

    Auch nach vollen vier Wochen habe ich auf mein Schreiben nie wieder etwas aus dem Hause B2B gehört. Man möchte es wohl totschweigen und sich auf diejenigen konzentrieren, die sich nicht wehren können.

    Reply
    • Avatar
      Patrick Ruppelt Januar 15, 2014

      Hallo Julia,

      freut mich, dass du den Artikel gefunden hast. Um es ganz klar zu sagen: Nein, es ist nicht von einem Anwalt. Das Schreiben habe ich selbst aufgesetzt und verwende es gegen B2B.

      Ich bin kein Anwalt, daher muss ich „offiziell“ darauf hinweisen, dass ich hier keine Rechtsberatung leisten darf. Es ist daher als rein private Hilfestellung zu verstehen.

      Ich bin nun aber rechtlich glaube ich nicht ganz unbedarft. Ich selbst habe die Vorlage wie geschrieben verwendet und heute erneut ein Schreiben hingeschickt mit Bitte, dass diese dubiose Firma nach vier Wochen endlich Stellung dazu bezieht und mir schriftlich bestätigt, dass sie von Ihrer Forderung Abstand nehmen. Also so schlecht kann der Text nicht sein, denn bis zu diesem Schreiben habe ich laufend Post von B2B bekommen 😉

      Lieben Gruß
      Patrick

      Reply
      • Avatar
        Julia Januar 15, 2014

        Hallo Patrick,
        oh danke für die schnelle Antwort 😉
        Bevor ich denen gar nichts schicke werde ich die Vorlage „auf eigene Verantwortung“ verwenden. Hoffe danach auch keine Post mehr von denen zu bekommen.
        Vielen Danke
        Julia

        Reply
  4. Avatar
    Enrico Januar 21, 2014

    hallo,
    habe auch am 19.1.2014 bei B2B über facebook auf den Batton „jetzt Kaufen“gedrückt.Habe gleich Widerspruch eingelegt per mail, aber vergebens.
    Muss ich jetzt zahlen?
    mfg ocirne

    Reply
    • Avatar
      Patrick Ruppelt Januar 21, 2014

      Guten Abend,

      eine pauschale Antwort kann ich nicht geben, dazu müsste man sicherlich den Einzelfall genau betrachten und am besten seinen Anwalt fragen.

      Es hängt vor allem davon ab, ob man sich als Gewerbetreibender angemeldet hat oder als Privatperson.

      1. Als Gewerbetreibender
      siehe mein Schreiben, wichtig ist: nicht widerrufen, sondern anfechten.

      2. Als Privatperson
      per Einwurfeinschreiben Widerruf aussprechen, keine Angabe eines Grundes (ist nämlich nicht nötig und B2B könnte die Begründung zu deren eigenen Gunsten umdrehen, daher einfach gar keinen angeben).

      Es werden dennoch die Standardschreiben von B2B kommen, aber wenn man einmal Widerspruch eingelegt hat / den Vertrag angefochten hat und B2B nicht darauf eingeht macht es sich vor Gericht sehr schlecht für B2B – sprich: es kommen zwar die Schreiben weiterhin, aber mehr wird auch kaum noch passieren. Da müsste B2B schon tatsächlich klagen und ich schätze die Chancen für B2B dabei sehr schlecht ein.

      Wie gesagt, das ist kein anwaltlicher Rat sondern nur meine Sicht der Dinge – aber so falsch lag ich damit in den letzten Jahren regelmäßig nicht 😉

      Zahlen würde ich in keinem Fall.

      Lieben Gruß
      Patrick Ruppelt

      Reply
  5. Avatar
    Patrick Ruppelt Januar 21, 2014

    *** Update 21.01.2014 ***

    Vor einer Woche habe ich erneut ein Schreiben verschickt mit der Bitte, man möge das Schreiben von vor vier Wochen beantworten. Wie erwartet gab es auch darauf keine Antwort mehr.

    Ich wiederhole morgen das Schreiben und erwarte dasselbe Ergebnis.

    Damit würde ich das wohl, wenn es genau so eintrifft, zweifelsfrei zu den Akten legen dürfen. Alternativ überlege ich, ob wir nicht sogar einen vorbildhaften Prozess der negativen Feststellungsklage gegen B2B bestreiten sollen.

    Reply
  6. Avatar
    Hanna01 Januar 21, 2014

    Hallo, dieser David Jähn hat auf seiner Facebookseite als Wohnort seit neuestem angegeben: Miami Beach! Und dieser ominöse Anwalt Olav Tank hat lt. meiner Recherchen selbst 4.000 Strafanzeigen anhängig!!

    Reply
  7. Avatar
    Patrick Ruppelt Januar 23, 2014

    *** Update 23.01.2014 ***

    Ich wurde im Namen des Geschäftsführer von B2B Technologies Chemnitz GmbH “eindringlich gebeten”, diesen Blog-Artikel zu löschen. Der Geschäftsführer hat ein Webreputationdienst-Unternehmen damit beauftragt, seine Interessen gegen mich zu vertreten. Selbstverständlich werde ich den Artikel nicht löschen. Wohl aber mache ich den Namen des Geschäftsführers unkenntlich, er steht ja ohnehin im Impressum aller genannten Seiten.

    Die hier veröffentlichten Inhalte sind extrem sorgfältig recherchiert und ich bleibe weiterhin bei meiner Meinung: Die hier genannten Geschäfte des Herrn ❚❚❚❚❚❚❚ haben illegalen Charakter und viele Tausend Menschen fühlen sich als Opfer der Abzock-Webshops dieses Herren. Staatsanwaltschaften und Verbaucherschützer ermitteln seit Jahren bereits gegen B2B Technologies Chemnitz GmbH (bzw. die Vorgängerunternehmen). Die jüngsten Gerichtsurteile, die ich gelesen habe, gingen allesamt gegen B2B aus.

    Und last but not least: Der riesengroße Zuspruch, den ich über diesen Artikel erhalten habe – per PM, über Facebook, per E-Mail, … – bestärkt mich ungemein. Ich wollte Menschen mit Fakten davor warnen, nicht in dieselbe Falle zu tappen wie es mir passiert ist. Das hat bisher funktioniert und damit das weiterhin möglich ist bleibt dieser Artikel selbstverständlich online.

    Anstatt seriöse Webreputationsdienste dafür zu missbrauchen Warnmeldungen wie die meinige entfernen zu lassen sollte B2B Technologies Chemnitz GmbH lieber einmal nach fünf Wochen auf meine Einschreiben zu antworten. Ich sehe wirklich nicht, wieso ich dem Ansehen und dem guten Ruf des Herrn ❚❚❚❚❚❚❚ schaden sollte – das hat er mit Bravour selbst erledigt.

    Reply
  8. Avatar
    Bella Januar 28, 2014

    Hallo , ich bin auch betroffen ,natürlich auch über Facebook und zwar war es dieser link
    http://preiswert-einkaufen-b2b.de/special/dior der natürlich nicht mehr geht.
    Habe eine Rechnung erhalten vom 24.1.2014 und soll einen Betrag von 240,- bezahlen
    natürlich werde ich dies nicht tun !
    denn als ich den Brief heute aufgemacht habe stand da nur .
    Liefermonat Januar 2014

    Anmeldung 1 240,-

    Account ……… ( meine Email )

    Kennwort wird nach zahlungseingang erstellt

    personenbezogene ip adresse : ……….. zeitstempel ………

    als ich auf diesen link gedrückt habe stand dort aber 100% Kostenlose Anmeldung
    natürlich hatte ich es überlesen das es nur für Firmen sind ..
    darauf hin hatte ich aber sofort eine nachricht an denen geschickt doch bis heute keine Antwort erhalten .

    wie gesagt ich werde keinen Cent zahlen !
    ich werde mit diesem Schreiben einfach mal zu einen anwalt gehen.

    es ist echt eine Frechheit ich verstehe nicht wie es solche menschen geben kann .
    wenn man Geld machen will sollte man es auch auf richtigen Wege machen und nicht auf so einen falschen weg .
    Ich hoffe das dieser Mensch seine rechtliche strafe erhält !

    Reply
    • Avatar
      Patrick Ruppelt Januar 28, 2014

      Hallo Bella,

      von deinem Anwalt Rat einzuholen ist auf jeden Fall eine gute Idee wenn du die Möglichkeit dazu hast.

      Der wird dir vermutlich auch raten, deinen Rücktritt bzw. Widerruf nochmals, und hilfsweise auch die Anfechtung wegen Irrtums, wegen arglistiger Täuschung usw. (vgl. mein Schreiben) auf jeden Fall schriftlich und auch per Einwurfeinschreiben abzuschicken, damit du belegen kannst, dass es wirklich abgeschickt wurde.

      Ansonsten… wirklich viel gegen diese Betrüger passieren wird glaube ich nicht, weil viel zu viele Leute einfach zahlen und nichts wirklich dagegen unternehmen. Leider.

      Lieben Gruß
      Patrick

      Reply
      • Avatar
        Bella Januar 28, 2014

        Stimmt genau .
        Also ich werde nicht darauf reagieren !
        1. hab ich das Geld nicht ! 2.stand dort 100% kostenfrei und 3. bin ja nicht auf den Kopf gefallen 🙂

        Vor kurzen haben sie im TV ausdrücklich vor solchen abzocken gewarnt .
        man sollte nicht drauf reagieren .

        Na ja man kann halt nie wissen das es genau diese Seite ist .

        jedenfalls werde ich kein bisschen zahlen

        Reply
  9. Avatar
    Matzi Januar 29, 2014

    Hallo, bin leider auf drauf reingefallen. Habe es sofort gemerkt und bei denen angerufen und um Stornierung gebeten. Vorsichtahalber auch ne Mail versendet die als mail.daemon zurück kam. Nun habe ich aber trotzdem eine Rechnung erhalten.
    Hat jemand vielleicht eine Vorlage für mich, wie ich dem Widersprechen kann. Ich wäre sehr dankbar.
    Besten Gruß

    PS Patrick danke für den tollen Artikel

    Reply
    • Avatar
      Patrick Ruppelt Februar 02, 2014

      Hallo Matzi,

      sorry für die späte Antwort, ich war diese Woche beruflich ziemlich eingespannt. Auch hier die kurze Info, dass ich hier nur „private“ Tipps und keine anwaltliche Rechtsberatung geben kann. Es kommt grundsätzlich sehr auf den Einzelfall an und es hängt vor allem davon ab, ob man sich als Gewerbetreibender angemeldet hat oder als Privatperson. (vgl. mein Kommentar vom 21.1.14)

      1. Als Gewerbetreibender
      siehe mein obiges Schreiben, wichtig ist: nicht widerrufen, sondern anfechten. Als Gewerbetreibender hat man kein Widerrufssrecht.

      2. Als Privatperson
      per Einwurfeinschreiben (nicht persönlich, das muss B2B nicht annehmen!) Widerruf aussprechen, keine Angabe eines Grundes (ist nämlich nicht nötig und B2B könnte die Begründung zu deren eigenen Gunsten umdrehen, daher einfach gar keinen angeben).

      Im Falle dessen, dass du dich als Privatperson angemeldet hast, könntest du uU – also je nach den tatsächlichen Umständen – auch darauf hinweisen, wie du auf die Seite gelangt bist. Viele kommen über Facebook-Werbung auf die zig verschiedenen angeblichen Shop-Webseiten von Herrn Jähn. In der Werbung steht nirgendwo geschrieben, dass es sich um ein Angebot rein für Gewerbekunden handeln soll. Wie gesagt, kommt ebenfalls auf den konkreten Einzelfall an.

      Insofern könnte der Hinweis im Widerruf – falls anwendbar – ganz nützlich sein. Man weist darauf hin, dass man über das rein privat genutzte Community-Portal Facebook eine Werbung für einen Onlineshop gesehen hat, sich beim Klick darauf vermeintlich kostenlos registrieren sollte, was ja ebenfalls nicht unüblich ist.

      Die Angabe einer Firmenanschrift war bei der ersten Seite der Registrierung nicht nötig, erst auf der nächsten Anmeldeseite (Button „mit der Registrierung fortfahren“) konnte man eine Firmenanschrift angeben, was ebenfalls als abweichende Lieferanschrift bei Webshops üblich ist – denn man lässt ja Pakete oft zu sich ins Büro liefern wenn der eigene Arbeitgeber dies zulässt. Jedenfalls habe man sich als Verbraucher, also als privater Endanwender angemeldet und insofern macht man als Verbraucher von seinem Widerrufsrecht Gebrauch.

      Rein vorsorglich erklärt man ggf noch die Anfechtung aus einer ganzen Reihe von Gründen, siehe ausführlich in meinem Blog-Artikel.

      Auch wenn man nicht Gewerbetreibender ist kann man denke ich dennoch wie es juristisch formal so schön heisst „höchst vorsorglich“ auch aus den Gründen, aus denen der Gewerbetreibende anfechtet, seine Position stärken. Wenn es wirklich – wovon ich nicht ausgehe – zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung kommen sollte, dann hat man hier gleich vorgebaut.

      Eines noch: Gerne darf in der Argumentation auch auf mein Schreiben verwiesen werden.

      Ich hoffe, das hilft schon etwas weiter.

      Lieben Gruß
      Patrick

      Reply
    • Avatar
      Matzi Februar 20, 2014

      Hallo Patrick, nun kann ich erst antworten. Vilen Dank für deine Antwort, habe einen Widerspruch schon geschrieben, natürlich mit Begründung (bin Privatperson) den haben sie natürlich nicht angenommen, sondern nur drauf hingewiesen, wie seriös sie sind und denen kein Fehler passiert ist und sie erwarten von mir, dass ich genauso seriös bin und nun bis zum 22. bezahle. Ich schreibe ihnen nun noch einmal und werde dazu ein paar Passagen aus deinem Schreiben nehmen, gerne nenne ich dich auch bei meiner Argumentation. Falls du noch einen Tipp für mich hast, ich bin für jeden Tipp dankbar.
      Danke und besten Gruß Martina

      Reply
  10. Avatar
    Axel Gutzmer Februar 11, 2014

    Bin heute reingefallen . Danke für die Tipps.
    gibt es ein Kürzeres Schreiben für meinen Widerruf evtl??
    danke

    Reply
  11. Avatar
    Jacko Februar 16, 2014

    Mal bedenken:
    Seid Ihr tatsächlich selbst auf der Seite gewesen? oder könnte das auch ein Dritter
    für Euch erledigt haben?
    Es wäre doch prima einfach für jemanden, irgendwelche Daten einer Person die er nicht leiden kann, bei b2b-… anzumelden und ohne jede Überprüfung kommt ein Vertrag zustande?… auf der Registrierseite ist jedenfalls kein Sicherheitsmechanismus eingebaut,
    nicht mal ein Captcha, sodaß sogar böswillige Webskripts diesen Job erledigen könnten.
    Man gibt also einfach den Herrn Mustermann mit dessen Email-Adresse an und ne fiktive Firma dazu und schon hat der nen Vertrag an der Backe…
    Also wenn sowas rechtlich Bestand haben soll, bzw. das Ganze nicht a priori als rechtlich unwirksam erklärt wird, dann würde das doch jeder Logik widersprechen oder? Wenn so eine Praxis die Abbildung legaler Geschäftsprozesse wäre, dann würden
    wir wohl alle bombardiert mit Einkäufen, die wir gar nicht getätigt haben.
    Ergo muß b2b in die Beweispflicht genommen werden, daß Ihr tatsächlich selbst Eure
    Daten angegeben habt.

    Reply
  12. Avatar
    ronny Februar 25, 2014

    Hallo und guten Morgen

    Ich hatte mich auch vor einer Woche dort angemeldet Durch werbung über facebook.Nun habe ich auch besagte Rechnung von 240€ bekommen jetzt nachdem ich das alles gelesen habe werde ich das wohl lieber nicht bezahlen.

    Bei mir ist es auch so ich wollte mich eigendlich selbstständig machen und dachte das es eine gute idee ist dort Waren zu kaufen und Wieder zu Verkaufen.Jetzt ist es aber auch so das ich noch kein gewerbe angemeldet habe also somit noch Privatperson bin. Muss ich jetzt desewegen zum Anwalt und endstehen mir jetzt dardurch hohe kosten?

    LG

    Reply
  13. Avatar
    Fatih Demir Februar 27, 2014

    Hallo Patrick,

    also ich bin auch wie viele andere in dieselbe Falle getappt und habe Rechnungen und Zahlungserinnerungen bekommen. Das letzte Schreiben vom 21.02. hat den Betreff: Letzte außergerichtliche Mahnung.

    Nun zu meinem Fall:

    Bei mir ist es ähnlich wie bei dir. Mir ist auch damals aufgefallen, dass man Gewerbetreibender sein muss aber von Kosten etc. hatte ich keinen blassen Schimmer. Da ich aber kein Gewerbetreibender bin, habe ich die Anmeldung ohne Kenntnis meines Vaters über sein Gewerbe gemacht. Name, Adresse etc ist von ihm aber die Emailadresse ist meine. Nun habe ich das natürlich alles so meinem Vater erzählt und wir suchen nach einer Lösung. Wäre es sinnvoller wenn mein Vater als Gewerbetreibender anfechtet? Oder sollte er es direkt in meine Schuhe schieben und ich mach dann das Prozedere als Verbraucher.

    Ein wenig verzweifelt bin ich schon, wäre nett, wenn du mir helfen könntest.

    Vielen Dank!

    Gruss,

    Fatih.

    Reply
  14. Avatar
    patrick.ruppelt Februar 18, 2016

    Mit habibi PUNKT de hat der Herr Jähn ganz aktuell mal wieder eine neue Abofalle ins Netz gestellt.

    Sehr geil finde ich ja, dass er jetzt sogar auf ein korrektes Impressum verzichtet und gleich angibt – Zitat: „Auskünfte für Sicherheitsbehörden (Polizei, Staatsanwaltschaften, Gerichte) Bitte senden Sie uns Ihre Anfrage an: Habibi Media GmbH, Neefestraße 88, D-09116 Chemnitz. Wenn möglich mit Angabe der Kundennummer. Bitte beachten Sie, dass unser Server aus Sicherheitsgründen keine eMails mit Anhängen entgegennimmt.“

    Es geht immer noch ein Stückchen dreister…

    Reply

Leave reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

Time limit is exhausted. Please reload the CAPTCHA.